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Archive for the ‘Allgemeines’ Category

Wir sind umgezogen!

Unser Blog inklusive aller bereits geposteten Artikel ist ab jetzt hier zu finden:

http://island-of-liberty.blogspot.com/

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Kategorien:Allgemeines

Und täglich grüßt das Boulevard….

dort gehört sie hin

Gestern erschien im Standard ein Interview mit dem ehemaligen KRONE-Karikaturisten Markus Szyszkowitz. Dieser berichtet aus dem Inneren des Systems und veranschaulicht dabei sehr gut, wie undemokratisch dieses Boulevardblatt nach wie vor vom Autokraten Dichand geführt wird.

Erst kürzlich war in einem noch wesentlich erschüttenderen Interview mit dem Kommunikationsverantwortlichen der SPÖ Josef Kalina zu lesen, dass ohne diese Zeitung politisch in Österreich eigentlich nichts möglich ist. Auf die Frage, ob man gegen die Krone überhaupt Wahlen gewinnen könne meinte dieser ganz pragmatisch: „Große handlungsfähige Mehrheiten zu erreichen ist sicherlich schwierig.“

Dieser Satz ist niederschmetternd, aber auch teilweise wahr und das nicht zuletzt deshalb, weil Personen wie Kalina selbst und viele Andere dies möglich gemacht haben, indem Sie die Reichweite der Krone als nahezu einzigen Indikator für die Erreichbarkeit der Wahlbevölkerung genommen haben. Und jede Lobpreisung für diese „unabhängige Zeitung“ (Kalina) bestärkt die Rolle der Krone als meinungsführende Macht in diesem Lande.

Die vollkommene Boulevardisierung der österreichischen Politik also, die mit Faymann und seiner leserbrieflichen Anbiederung kurz vor den Neuwahlen („Sehr geehrter Herr Herausgeber…“) so ziemlich das letzte an zu brechenden Tabus zerfetzt hat. Der Wahlerfolg der One Man Show Hans Peter Martin, dessen Programm ein Buch („Die Europafalle“) sowie die Rolle des Hechts im Karpfenteich des EU-Parlaments ist, war zweifelsohne ebenso ein Erfolg und Ausdruck der Macht dieser Zeitung.

Was mit unliebsamen Persönlichkeiten passiert, weiß man auch spätestens seit den gelungenen „Putschversuchen“ der KRONE gegenüber Scholten, Busek und Einem. Ein kurzer Auszug des Interviews mit Szyszkowitz verdeutlicht dies abermals: „Per ‚Drohbrief’ wurde ich dann vor die Wahl gestellt, diese Karikaturen sofort einzustellen, oder mit einem Ende des Superrudi-Strips die Existenzgrundlage (meiner 5-köpfigen Familie) zu verlieren.“ Hintergrund war eine Karikatur über Faymann, die von Dichand nicht geduldet wurde, weil sie sich dem „Kuschelkurs“ gegenüber der Faymann-SPÖ welcher damals Blattlinie war, seiner Meinung nach widersetzt hat. Der letzte, in der KRONE jedoch nicht veröffentlichte Cartoon findet sich hier.

Heute sind angeblich die Prölls bei Dichand hoch im Kurs – und es lässt sich nur darüber mutmaßen, was die graue Eminenz diesmal dazu bewogen hat den Kurs zu ändern. Möglicherweise mundet ihm der Wachauer Wein mittlerweile besser als dessen Wiener Pendant – keiner weiß es, nur die Gründe dafür dürften ähnlich banal sein, wie etwa die Spekulation darüber, dass Faymann möglicherweise wegen Inseraten im Konkurrenzblatt Österreich bei Dichand in Ungnade gefallen sei.

„Im Vorhof der Macht“ nannte Dichand sein letztes Buch und man fragt sich mittlerweile, ob der Vorhof in Zeiten einer äußerst farblosen Regierung, nicht bereits selbst den Ton angibt.

Es ist vor allem die Intensität, mit welcher gegenwärtig ins politische Feld eingegriffen wird, welche demokratiepolitisch dermaßen unannehmbar geworden ist, dass ich die Rolle der Krone in der österreichischen Gesellschaft auch im Blog zu einem Thema machen möchte. In welcher Form, wird man sehen.

Quellen:

http://derstandard.at/fs/1245820197414/DER-STANDARD-Interview-Die-lesen-gar-keine-andere-Zeitung

http://derstandard.at/1245820456808/Schien-mir-ziemlich-antidemokratisch

Kategorien:Allgemeines, Medien Schlagwörter: , ,

Die Vergangenheit als Friedhof toter Wahrheiten – einige persönliche Worte zum 25. Todestag Michel Foucaults

Im März 2001 hatte ich eine meiner ersten Seminararbeiten an der Universität Wien beendet. Sie war der Abschluss des Proseminars „Allgemeine Soziologie“ in dem Grundbegriffe der Disziplin ideengeschichtlich aufgearbeitet wurden. Der Begriff dem ich mich widmen sollte war jener der Macht – und sein Theoretiker ein gewisser Michel Foucault, dessen Werk mir zu dieser Zeit nur sehr spärlich bekannt war. Mit dieser ersten etwas intensiveren Auseinandersetzung begann sich dies jedoch zu ändern und aus heutiger Sicht betrachtet war es der Beginn einer intensiven Beschäftigung mit Werk und Wirken Foucaults, dessen Denken für mich ein zentraler Wendepunkt meiner wissenschaftlichen Arbeit, als auch meiner Wahrnehmung und Beurteilung von gesellschaftlichen Problemlagen wurde.

Foucault war ein Denker jenseits binärer Oppositionen der gezeigt hat, wie Wahrheiten im Zusammenspiel mit Macht historisch und situationsspezifisch produziert werden und dessen Diskursbegriff zentral für die Weiterentwicklung sozial- und geisteswissenschaftlicher Methodik wurde. Der Einfluss seiner Schriften auf Teile der feministischen Theorie ist ebenso kaum abschätzbar (Stichwort: Denaturalisierung von Geschlecht/Sexualität). Vieles mehr könnte man über den ersten Inhaber des Lehrstuhls für die „Geschichte der Denksysteme“ am Pariser College de France noch sagen – sein Werk ist nach wie vor in unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen, der Kunst aber auch in BürgerInnenrechtsbewegungen (Lesben/Schwule u.s.w.) omnipräsent.

Anlässlich seines 25 Todestages sind einige interessante Artikel über die Bedeutung seines Werks als auch über sein Verhältnis zur islamischen Revolution im Iran, welches er in seinen Reportagen rund um das Jahr 1979 dargelegt hat erschienen. Ebenso möchte ich auf zwei kürzlich veröffentlichte Bücher verweisen.

Texte (Auswahl)

http://www.welt.de/die-welt/article3993599/Halten-Sie-mich-fuer-einen-Anarchisten.html

http://www.orf.at/090624-39654/index.html

Neue Literatur zu Foucault

Paul Veyne/Ursula Blank-Sangmeister: Foucault. Der Philosoph als Samurai. Reclam Verlag, Leipzig 2009.

Philipp Sarasin: „Darwin und Foucault. Genealogie und Geschichte im Zeitalter der Biologie“. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009.

Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg – erste Assoziationen

Juni 15, 2009 2 Kommentare

Was kann ein kleiner Blog inmitten von Millionen Anderen heute überhaupt noch repräsentieren? Welche Form kann er annehmen und welche Fragen aufwerfen, die so noch nicht gestellt wurden? Warum schreiben wir ihn und noch wichtiger, warum soll er gelesen werden?

Folglich versuche ich anhand einiger Gedankenfetzen, Ideen zu skizzieren die aufgegriffen werden können und dem Blog als eine Art offener Bezugsrahmen dienen können.

„Liberty island“ also- ein Blog als Möglichkeit einer Insel- ein symbolischer Ort des Rückzugs und der Reflexion und gleichzeitig ein offenes Medium, welches den hier Schreibenden als auch Lesenden, die Freiheit bietet, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen- die Diskussion fördernd und den Streit kultivierend.

Radikaldemokratisch und dem Gedanken der Dekonstruktion verpflichtet – aktuell und doch immer (historisch) kontextualisiert – sozialkritisch aber nicht kulturpessimistisch.

Offenheit als Grundvoraussetzung für unterschiedlichste Themengebiete und Schwerpunkte, sowie der Mut zum Experiment – grenzüberschreitend und doch nicht beliebig.

Nicht von ungefähr wurden 2 Texte zur Rechtsextremismus-Thematik diesem Blog vorangestellt. Die Salonfähigkeit Rechtsextremer in der Österreichischen Öffentlichkeit speziell in Spitzenpositionen der Politik und Wirtschaft ist beschämend und es erfordert mehr als nur Zivilcourage, dieser Tatsache entschieden und kompromisslos entgegenzutreten. Nicht nur die Wahl Martin Grafs zum 3. Nationalratspräsident hat zudem gezeigt, dass die ehemaligen Großparteien (SPÖ/ÖVP) nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Distanzierungen und Verurteilungen in Wahlkampfzeiten ändern daran nur sehr wenig.

Vielleicht kann also diese Thematik den ersten Schwerpunkt dieses Blogs bilden – viele Fragen sind noch nicht einmal gestellt, geschweige denn wissenschaftlich untersucht oder journalistisch aufgearbeitet.

In diesem Sinne, ist das für mich gewissermaßen der Einstieg in Kapitel 1 von „liberty island“- erste Texte werden in den nächsten Tagen folgen.

Kategorien:Allgemeines Schlagwörter: , , ,

let’s get started!

Hier entsteht nun unser erster Blog, der in der Themenwahl frei gestaltet sein wird. Hauptsächlich werden hier Einträge zum politischen Geschehen zu finden sein, aber auch Artikel zu Kunst und Kultur, insbesondere Literatur und Musik.

Wir hoffen, es werden sich ein paar Menschen auf unsere Seite verirren, hängen bleiben und wiederkehren!

Die ersten inhaltlichen Einträge werden in den nächsten Tagen folgen und hoffentlich auf reges Interesse stoßen.

drjacoby, libertyisland

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